Technik Ratgeber Heizkosten – Digitale Heizkörperthermostate
Dies ist der dritte und letzte Teil unserer Ratgeberserie zum Thema Energiesparen.

Im ersten Teil ging es um “Energiesparlampen” und warum man mit ihnen so gut Strom sparen kann. Im zweiten Teil haben wir uns mit “heimlichen Stromverbrauchern” beschäftigt und Möglichkeiten genannt unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden.
Nun kommen wir zu einem Thema, das besonders in der kalten Jahreszeit von Bedeutung ist.
Die Heizkosten
Ob bewusst oder unbewusst, jeder hat sich schon einmal mit diesem Thema beschäftigt. Vor allem in Zeiten von horrenden Energiekosten ist es sinnvoll bewusst darauf zu achten kein Geld zu „verschenken“, denn gerade bei dem Thema Energieverbrauch gibt es eine Menge Sparpotential.
Viele Tipps und Verhaltensregeln sind allgemein bekannt, wenngleich es immer wieder Fehler gibt, die “gerne” gemacht werden.
Tipp 1: Das richtige Lüften
Oft wird versucht durch angekippte Fenster zu lüften, oder es wird sogar den ganzen Tag lang nicht geschlossen. Im ersten Augenblick könnte man meinen, dass durch ein nur wenig geöffnetes Fenster dementsprechend wenig Wärme verloren geht. Das Gegenteil ist hier der Fall, hier wird Energie verschwendet. Lüften hat den Sinn so viel verbrauchte und sauerstoffarme Raumluft wie möglich, mit frischer, sauerstoffreicher Luft zu ersetzen und das in kürzester Zeit. Ein halb geöffnetes oder angekipptes Fenster bewirkt am Ende nur, dass die teuer bezahlte Wärme entweicht und die Raumluft nicht ausgetauscht wird.
Richtiges Lüften erfordert, das kurzfristige schließen der Heizkörper, während alle Fenster weit geöffnet werden. Je nach Außentemperatur sollte man nicht länger als 4 bis 5 Minuten „Stoßlüften“. Nachdem die Fenster wieder geschlossen sind, sollte man die Heizkörper wieder auf die gewünschte Stufe oder Temperatur stellen. Der Raum wird relativ schnell seine ursprüngliche Temperatur erreichen, da die Einrichtung, wie Möbel, aber auch die Innenwände, Wärme speichern und stetig an die Raumluft abgeben.
Wiederholt man diesen Vorgang zwei bis dreimal am Tag, hat man stetig frische Luft und verbraucht möglichst wenig Heizenergie.
Gar nicht zu Lüften ist alles andere als empfehlenswert. Erstens werden wir durch sauerstoffarme Luft müde und können uns nur schlecht konzentrieren, zweitens wird die Gefahr von gesundheitsgefährdender Schimmelpilzbildung erhöht.
Tipp 2: Die richtige Raumtemperatur
Generell sollte man die Zimmertemperatur nicht unter 15 Grad fallen lassen, auch dann nicht, wenn der Raum oder die Wohnung nicht genutzt wird. Grund dafür sind unter anderem die längeren Wiederaufheizzeiten. Kühlt eine Wohnung, oder ein Zimmer komplett aus, braucht die Heizung wesentlich länger um wieder die gewünschte Temperatur zu erreichen. Die bereits erwähnten „Wärmespeicher“ wie Innenwände und Möbel können so keine Wärme abgeben, da sie selber ausgekühlt sind. Die Heizung muss also „härter“ Arbeiten und die Heizkosten steigen an.
Tipp 3: Was tun beim verlassen der Wohnung, oder des Hauses?
Natürlich kann man die Heizkörper manuell regulieren. Beim Verlassen des Zimmers, oder der ganzen Wohnung verringert man die Heizleistung, um sie beim Heimkommen, oder nach dem Aufstehen am Morgen, wieder zu erhöhen.
Bei einer Einzimmerwohnung mit Küche und Bad, sind das durchschnittlich drei Heizkörper, die man ständig per Hand regulieren muss.
Dementsprechend nervend kann es bei größeren Wohnungen und Häusern mit mehreren Zimmern werden.
Vergisst man es, bezahlt man nach und nach immer mehr „verschwendete“ Wärme, was auf ein ganzes Jahr gerechnet, schnell teuer werden kann.
Komfortable Lösung mit digitalen Heizkörperthermostaten
Beherzigt man diese Tipps steht dem Sparen zukünftig nichts im Weg. Allerdings geht es noch einfacher und komfortabler. Die Rede ist von digitalen, elektrischen Heizkörperthermostaten.
Anstatt dauernd umständlich von Hand jeden einzelnen Heizkörper auf Stufe-1, oder vom „Sternchen“ auf Stufe-3 zu drehen, arbeitet ein digitaler Heizkörperthermostat völlig selbstständig.
Die Installation dieser Geräte ist relativ einfach und dürfte auch für Laien kein Problem darstellen.
Wichtig ist, dass der Heizkreislauf nicht geöffnet werden muss, um das Gerät zu installieren.
Man tauscht nur das alte, manuelle Heizkörperthermostat, gegen ein neues, digitales Thermostat aus. Wie genau das geht steht in der Anleitung des jeweiligen Geräts, aber in der Regel ist nur eine Rohrzange nötig.
Wie funktioniert ein digitaler Heizkörperthermostat?
Die Funktionsweise eines digitalen Heizkörperthermostats ist mit einer Zeitschaltuhr vergleichbar. Die Ein- und Ausschaltzeiten der Heizkörper werden einmalig programmiert und zukünftig reguliert das Thermostat automatisch. Maßeinheit ist somit die Temperatur in Grad Celsius statt abstrakte Zahlen-Stufen. Auf diese Weise wird eine enorm genaue Einstellung ermöglicht.
Beispiel:
Am Tage: Temperatur: 21 Grad
Morgens nach dem Aufstehen ist das Wohnzimmer schon warm und Ihr könnt, ohne eine Hand an den Heizkörperthermostat zu legen, in Ruhe Frühstücken.
In der Nacht: Temperatur: 15 Grad
Während Ihr nicht Zuhause seid und nach dem zu Bett gehen, wird die Raumtemperatur auf kostensparende 15 Grad reduziert.
Zu welcher Zeit, welche Temperatur herrschen soll, ist nach Eurem individuellen Tagesablauf programmierbar. Auf diese Weise könnt Ihr bis zu 30% Heizkosten sparen.
Die Anschaffung lohnt sich
Ein kleines Rechenbeispiel soll verdeutlichen, wie schnell sich die Anschaffung von digitalen Heizkörperthermostaten für eine 5-Zimmer Wohnung „rechnet“.
Durchschnittlich kosten diese Geräte 25 €, wobei es starke Preisschwankungen gibt. Hier ist es möglich Schnäppchen zu machen. Der Discounter Aldi-Nord z. B. bietet so einen Thermostat noch bis zum 13.02.2010 für 14,99 € an. Im Rechenbeispiel wird aber von einer Investition von 25 € pro digitalen Heizkörperthermostat ausgegangen.
5-Zimmer Wohnung mit 10 Heizkörpern:
Anschaffungskosten: 250 Euro
Für eine Investition von 250 € könnte man also eine komplette 5 Zimmer-Wohnung mit den praktischen digitalen Heizkörperthermostaten ausstatten.
Wie bereits erwähnt kann man bei Verwendung dieser kleinen Helfer bis zu 30% Heizkosten einsparen. Das wären bei folgender Rechnung 369 €.
Rechnung:
Wohnung mit 150 qm Wohnfläche
geschätzter Heizenergieverbrauch: 1320 € p.a.
Einsparung von 30%: 369 € p.a.
Somit rechnet sich die Investition schon nach einem Jahr.
Hiermit endet dieser Artikel zum Thema Heizkosten und damit auch die dreiteilige Ratgeberserie Energiesparen. Ich hoffe die Serie hat Interesse geweckt und konnte Euch neue Anreize geben oder sogar beim Sparen helfen.


