Wenn die Deutschen nur 100 Konsumenten wären…

…sähe ihr Einkaufsverhalten so aus.

In Deutschland leben derzeit rund 81,9 Mio Menschen. Und gefühlt gibt es auch genauso viele Statistiken, die sich auf solch riesige Zahlen wie diese berufen. Auch zum Thema Shopping kann man sich durch einen Datendschungel schlagen. Wir haben uns von Liane zu Liane gehangelt, das Ganze vereinfacht und uns vorgestellt, wie es wohl aussehen würde, wenn Deutschland ein kleines Dorf wäre, in dem nur 100 Personen leben.

So oft kaufen die Deutschen ein

Die Menschen planen weniger, sind spontaner was ihre Ernährung anbelangt und müssen keine weiten Wege in Kauf nehmen, wenn sie Produkte des täglichen Bedarfs benötigen – sie finden alles in ihrer näheren Umgebung. Daher wird der klassische Wocheneinkauf nur noch von 26 Menschen getätigt, viel mehr Leute – nämlich 53 –  kaufen sogar mehrmals in der Woche Lebensmittel und Getränke ein. Drei Personen müssen sich nicht selbst darum kümmern und machen nie Besorgungen.

 

 

An diesen Tagen wird am liebsten eingekauft

Von den 100 Menschen wird man die meisten am Samstag in den Supermärkten und Discountern antreffen. Über die Hälfte, nämlich 57 Leute, erledigen an diesem Tag ihren Einkauf. Dienstags ist es in den Geschäften am ruhigsten, da hier nur 33 Personen Lebensmittel einkaufen. Kleidung und Schuhe shoppen sogar 65 Personen üblicherweise am Samstag, am Montag hingegen nur 20.

Einkaufstage

 

So viel Bargeld tragen die Deutschen bei sich

In Schweden spielt Bargeld schon fast keine Rolle mehr. Dort werden die meisten Geschäfte mittlerweile ohne Bargeld abgewickelt. Viele nutzen sogar nicht einmal mehr die Kreditkarte, sondern „swishen“, d.h. sie überweisen das Geld vom Smartphone via SMS. Ganz anders sieht es hingegen in Deutschland aus. Hier scheint die Devise nach wie vor zu lauten: Nur Bares ist Wahres. Dass sich das Bezahlen mit Scheinen und Münzen bei den Deutschen so großer Beliebtheit erfreut, macht sich auch im Bargeldbestand bemerkbar. Immerhin haben von unseren 100 Konsumenten 6 mehr als 300€ im Portemonnaie, 27 Leute können aus einem Bargeldbudget von 50-100€ schöpfen, 13 Menschen reichen aber auch bis zu 20€ in der Geldbörse.

Bargeldbestand

 

Daher rühren die Zweifel gegenüber Mobile Payment

Was mobile Zahlungsmethoden anbelangt, herrscht in Deutschland derzeit eine Stimmung, die sich zwischen Aufbruch und Skepsis befindet. Es etablieren sich immer mehr Standards und dennoch schwingen viele Bedenken bei den Kunden mit, vornehmlich was die Sicherheit ihrer Daten anbelangt. Als Grund für Nichtnutzung gibt nämlich jeder Dritte der 100 Personen die Angst vor Hackern an, 24 zahlen grundsätzlich lieber mit Bargeld und werden dies auch beibehalten.

Die Anzahl der Karten im Portemonnaie

Darauf bedacht, zu sparen und Prämien sammeln zu können, haben sich zu Giro- und Kreditkarte auch immer mehr Kundenkarten in der Geldbörse gesellt. Ein Viertel der 100 Personen hat nämlich mehr als 5 Stück dabei. Laut einer Emnid-Umfrage besitzt sogar jeder Zweite eine Payback-Karte. Schätzungen gehen zudem davon aus, dass mittlerweile insgesamt an die 200 Millionen Kundenkarten im Umlauf sind. Allerdings tragen auch 6 Leute gar keine Karte bei sich.

Kartenanzahl

 

So gut ist der Einkaufsort erreichbar

Der stationäre Handel ist für die Deutschen nach wie vor unverzichtbar. Darum spielt natürlich auch die Nähe der Läden eine bedeutende Rolle im Einkaufsverhalten. 95 der 100 Personen kaufen die Lebensmittel in ihrer direkten Umgebung, Kleidung und Schuhe shoppt die Hälfte ebenfalls in der Nähe. Nur 2 Menschen bestellen Lebensmittel im Internet.

Jeder Zweite der 100 Personen kann seinen bevorzugten Einkaufsort bequem zu Fuß erreichen.  43 Menschen benötigen auch mit ÖPNV, Auto oder Fahrrad nicht länger als 15 Minuten.

Einkaufsort

Aus all diesen Punkten scheint eines ganz klar herauszustechen: Der traditionelle Wocheneinkauf ist bei vielen passé. Durch die Nähe der Supermärkte und Discounter zum Wohnort ist es nicht verwunderlich, dass man dort häufiger vorbeischaut- sei es, weil man eine Zutat vergessen hat oder sich spontan entscheidet doch etwas anderes zum Abendessen zuzubereiten.

Was allerdings nicht dem Ende zuzugehen scheint, ist der Gebrauch des Bargeldes. Zumindest nicht so schnell. Wenngleich die Talfahrt für den Einsatz des Bargeldes für die nächsten Jahre propehezeit wird, so ist doch die Akzeptanz von Münzen und Scheinen und die Angst vor Datenklau so groß, dass dies noch einige Jahre auf sich wraten lassen wird.

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Quellen:  https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Studien/zahlungsverhalten_in_deutschland_2014.pdf?__blob=publicationFile | http://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/IfD/sonstige_pdfs/LokaleWelten2015.pdf  | http://de.statista.com/statistik/daten/studie/159304/umfrage/anzahl-der-karten-im-portemonnaie/ | http://de.statista.com/statistik/daten/studie/527807/umfrage/gruende-der-nicht-nutzung-von-mobile-payment-in-deutschland/ | http://de.statista.com/statistik/daten/studie/183281/umfrage/bevorzugte-einkaufstage-von-lebensmitteln-und-getraenken/ | http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Ernaehrungsreport2016.pdf?__blob=publicationFile | http://www.vuma.de/vuma-praxis/vuma-berichtsband/ 

Daniela Lange
Beim kaufDA Magazin berichtet Daniela über die neuesten Produkthighlights und alles, was im Einzelhandel gerade Furore macht, denn sie hat ihr Herz an allerlei Kuriositäten verloren und liebt es, Neuheiten auf der Spur zu sein. Gibt es noch mehr Lovestorys? Nun ja, sie glaubt eigentlich nicht an die Liebe auf den ersten Blick, aber dann kam Berlin. Die Beziehung hält nun schon 7 Jahre und ist frisch wie eh und je. Außer für die Hauptstadt schwärmt die Germanistin und Medienwissenschaftlerin noch fürs Schreiben (Klar!), Belletristik, Konzerte, Flachwitze und Pommes.

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