Wohlfühlen mit Periodenunterwäsche – ooia räumt mit Vorurteilen auf!

ooia-Gründerin Kristine Interview

Frau sein, Mama werden, ein Unternehmen gründen, Nachhaltigkeit, mit dem Patriarchat aufräumen, Tabuthemen gesellschaftsfähig machen und das am besten alles unter einem Hut. Dass das funktioniert, zeigen die starken Gründerinnen von ooia, Kristine und Kati. Das Freundinnen-Duo hat 2018 sein erstes eigenes Unternehmen gegründet und möchte der Welt auf coole und einfühlsame Weise zeigen, dass Themen wie Periode, Inkontinenz und Co. kein Tabu mehr sein müssen. Mit ihrer nachhaltigen Periodenunterwäsche haben sie den Anfang gemacht und wir können nur sagen: more to come! Wir durften uns mit Gründerin Kristine über ihr Unternehmen, Gleichberechtigung, Sensibilität und Frauen/Mamas in Führungspostionen unterhalten. Das ganze spannende Interview gibt es hier!

OOIA

Hallo liebe Kristine, wie toll, dass wir direkt im neuen Jahr zusammenkommen. Magst du dich zuerst einmal unseren Leser:innen vorstellen?

Kristine :
Na klar, also ich bin Kristine Zeller, eine von zwei Gründerinnen von ooia. Wir sind eine Female Empowerment Company. Wir verfolgen nicht nur das Ziel, unsere wunderschöne und gleichzeitig funktionale Unterwäsche zu verkaufen, sondern haben auch ein gesellschaftliches Ziel: Geschlechtergerechtigkeit. Dafür setzen wir uns u.a. mit unserem beliebten Instagram Channel its.me.ooia ein.

Viele unserer Produkte sollen Gespräche anstoßen und gesellschaftliche „Tabuthemen“ (wie die Periode, Inkontinenz und Co.) endlich enttabuisieren.  Deswegen sind Kati und ich ganz viel aktiv auf Social Media und werben dort für unsere Female Bodywear. Die wird körpernah getragen, erfüllt ihren Zweck und sieht zudem noch schön aus! Wir möchten für uns Frauen einfach das bestmögliche Design und Funktion zusammenbringen.

Wow, das klingt wirklich super! Gerade das Thema gesellschaftliche „Tabuthemen“ zugänglicher zu machen, finde ich persönlich toll und ganz wichtig!
Wie seid ihr zwei aber nun gerade auf die Idee gekommen, eine Firma zu gründen, die Periodenunterwäsche auf den Markt bringt?

Also wir zwei kennen uns als Freundinnen schon seit vielen Jahren, ich glaube fast 20 :D. Wir sind 2018 mit ooia gestartet, haben aber beide schon vorher in großen Unternehmen Positionen mit Verantwortung gehabt. Mir persönlich hat beispielsweise bei meiner Arbeit im Einkauf bei Zalando immer der Purpose, das größere Ganze, gefehlt. Damals hatte ich noch kleine Kinder und habe ganz viel Zeit an der Arbeit verbracht. Die Art des flexiblen Arbeitens, welches wir heute kennen, gab es damals definitiv noch nicht. Ich bin oft spät nach Hause gekommen und habe es gerade noch so geschafft meine Kinder ins Bett zu bringen. Ich habe gemerkt, wie mich das mehr und mehr zerreißt, als Frau mit Karriere, aber eben auch als Mama.

Kati ging es tatsächlich genauso und wir haben viel über unsere Situation und die damit verbundenen Probleme gesprochen. Tatsächlich haben wir damals nie gedacht, wir wollen direkt gründen, aber die Idee der Periodenunterwäsche hat uns gefunden. Über eine Freundin, die solche Wäsche aus Amerika hatte, ist die Idee auf sehr fruchtbaren Boden gefallen. Kati war dann diejenige, die eine solche Firma in Deutschland gründen wollte und dabei wollte sie mich mit an Bord haben. So sind wir dann gestartet.

“ ooia ist eine Female Empowerment Company, wo wir zusammen auf Geschlechtergerechtigkeit hinarbeiten.“

Wahnsinn und ihr habt dann direkt losgelegt?

Ja, mehr oder weniger. Wir hatten ja beide keinen kompletten Fahrplan oder das Wissen, wie man sowas angeht. Ich hatte als Leiterin verschiedener Einkaufsabteilungen bei Zalando bereits Erfahrungen im Unterwäsche-Segment gemacht, das hat auf keinen Fall geschadet.

Kati hat die Marketingerfahrung mitgebracht, ich das Produktwissen – und gemeinsam hatten wir eine große und gute Idee. Wir wollten etwas schaffen, das die Welt etwas besser macht. Sensibel aufklären und ein Produkt entwickeln, welches einen nachhaltigen Mehrwert hat für uns Frauen. Wie oben schon gesagt, beschreiben wir unsere Firma als Female-Empowerment-Unternehmen. Wir möchten einfach, dass es vor allem auch Müttern so angenehm wie möglich gemacht wird im Arbeitsalltag. Also flexible Arbeitszeiten, Karrieremöglichkeiten  und einen Purpose leben.

Ich finde das echt einfach toll. Bist du persönlich denn der Meinung wir Frauen sollten alle auf Periodenunterwäsche umsteigen?

Ich würde die Frage glaube ich anders stellen, denn ich persönlich glaube nicht, dass Periodenunterwäsche für jede das Richtige ist. Wir von ooia möchten einfach nur, dass Menschen sich trauen ihre Periodenroutine zu hinterfragen. Im Sinne der Nachhaltigkeit und des Wohlfühlens natürlich. Wir verbrauchen gerade für Hygieneprodukte so viel Plastikmüll im Jahr und das geht auch anders. Wir wollen nämlich auf keinen Fall aggressiv missionieren oder ähnliches, sondern eher eine Alternative bieten, die sicher ist und mit der sich Frauen wohlfühlen. Dabei wäre es einfach noch toll, wenn man Themen wie Periode, Stillzeit oder eben auch Inkontinenz nicht mehr als unangenehme Themen behandeln würde, sondern als Dingen, die zu unserem Leben einfach ganz normal dazugehören. Vielleicht kommen Frauen dann auf unsere Produkte und finden hier eine tolle Abwechslung und Unterstützung während ihrer Periode.

“ Unser Wunsch ist es, jede Frau abzuholen auf einer Reise zu weniger Tabus  und mehr Nachhaltigkeit im Alltag.“

Wir sind große Fans eurer Produkte. Neben Periodenunterwäsche habt ihr ja mittlerweile auch eine Sektion für Blasenschwäche, Mamas und Teenager. Plant ihr noch weitere Produkte zu entwickeln und der Frauenwelt das Leben ein wenig zu erleichtern?

Wir haben definitiv noch super viele Ideen. Einige davon sind auch in der Planung, aber das kann ich hier noch nicht spoilern. Was ich aber sagen kann, ist, dass wir mittlerweile große Wiederkaufsraten haben und sehen, dass Frauen dauerhaft zufrieden sind mit unseren Produkten. Neben unserer Periodenunterwäsche haben wir in den letzten Jahren ja schon diverse andere Produkte auf den Markt gebracht, die ebenfalls bei eher unangenehmen Themen/Situationen unterstützen sollen. Zum Beispiel unser „Feel Dry Shirt“ gegen Schweißflecken oder unsere Tochterfirma „Ida’s Place“ bei Blasenschwäche. Außerdem haben wir Produkte für die Stillzeit, Mamas und Teenager! Unser Wunsch ist es, jede Frau abzuholen auf einer Reise zu weniger Tabus und mehr Nachhaltigkeit im Alltag.

Ich glaube, es ist wichtig, Menschen behutsam an die Hand zu nehmen und aufzuzeigen, dass es noch andere Optionen gibt außer Binden, Tampons und Co. Tatsächlich empfehlen auch viele Hebammen mittlerweile ooia-Produkte.

OOIA

Die Periode ist ja zum Beispiel auch eine Zeit, in der wir uns sehr unwohl fühlen. Tampons als ständiger Begleiter sind da auch nicht unbedingt toll. Eure Periodenunterwäsche kann auch noch mehr als nur während der Periode schützen. Erkläre doch unseren Leser:innen gerne nochmal die Besonderheit von ooia-Periodenunterwäsche.

Sehr gerne. Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben Frauen während der Zeit ihrer Periode eine bestmögliche Kombination aus Design und Funktion zusammenzustellen. Unsere ooia-Wäsche gibt es ja in den verschiedensten Ausführungen zu kaufen, auch mit Spitze. Wir möchten einfach, dass sich Frauen während dieser Zeit wohl und sicher fühlen. Das Thema Periode ist seit Jahrhunderten stigmatisiert worden, sodass man sich schon fast unwohl fühlen muss. Wir möchten sensibel aufklären und dabei unterstützen, dass sich jede Frau auch gut fühlen kann während schlimmen Zeiten.

Das stimmt, gerade wenn wir unsere Periode haben, fühlen wir uns nicht besonders wohl in Haut und Seele und das auch einfach über Tage hinweg. Was tust du, wenn es dir während dieser Zeit mal so richtig mau geht, um dich aufzubauen?

Mein Tipp: Es ist völlig okay, dass es miese Tage gibt. Man muss nicht immer 120 % geben. Als Frau kann man einfach annehmen, dass man sagt: „Bei uns Frauen ist das anders, als zum Beispiel bei Männern“.

Unser Hormonsystem ist einfach super komplex und die Hormone sind eben nicht 30 Tage lang gleich im Einklang. Ich glaube, es hilft hier an einem anderen Mindset zu arbeiten und dann zu erkennen, welche Power in unserem Zyklus steckt. Ich glaube, wenn man versteht, dass und wann es Hochs und Tiefs gibt im Monat, kommt man viel besser durch den Alltag.

Ihr habt ja eine besonders tolle Mission, und zwar uns Menschen zu mehr Nachhaltigkeit zu inspirieren. Worauf achtest du zum Beispiel privat sehr beim Thema Nachhaltigkeit?

An erster Stelle muss ich hier natürlich unsere Periodenunterwäsche nennen. Wie schon gesagt, verbrauchen wir als Frau im Laufe unseres Lebens Tonnen von Müll, Plastik usw. Die Periodenunterwäsche ist ja ganz oft verwendbar und waschbar und eine wunderbar nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Hygieneprodukten dieser Art!

Meine persönlich größte nachhaltige Umstellung war letztes Jahr ein E-Auto zu kaufen.

Sehr cool! Das ist auch eine meiner privaten Überlegungen. Aktuell bin ich noch ganz nachhaltig autofrei unterwegs. Hast du diesbezüglich einen guten Tipp für unsere Leser:innen, der sich einfach in den Alltag integrieren lässt?

Haha, ich glaube, die meisten Tipps, die ich habe, sind gar keine Augenöffner mehr und die meisten Menschen nutzen sie schon. Wenn ich aber etwas in Sachen Nachhaltigkeit im Alltag empfehlen kann, dann sind es Seifenstücke statt Plastikseife zu kaufen und natürlich ooia!

OOIA

Ihr steht für Female Empowerment, was mich persönlich besonders anspricht! Es sollte viel mehr Unternehmen geben, die eure Philosophie von Führungsrolle mit der Vereinbarkeit des „Mamaseins“ leben. Außerdem setzt ihr euch dafür ein, dass Themen wie Stillen und Periode keine Tabuthemen mehr sind.
Wenn du eine Sache auf der Stelle ändern könntest, für uns Frauen, was wäre das?

Ganz klar Abschaffung des Patriarchats und damit die Geschlechtergleichstellung. Das wäre eindeutig für beide Geschlechter einfach befreiend. Frauen gehören, egal in welcher Lebenssituation, auf die gleiche Stufe wie Männer. Und Männern selbst würde es einfach den gesellschaftlichen Druck nehmen eine Rolle erfüllen zu müssen. Männer und Frauen können gleichermaßen die „Ernährer der Familie“ sein, egal zu welchen prozentualen Anteilen. Mein Mann und ich teilen uns alles 50:50 beispielsweise mit zwei Kids und unseren Berufen. Es ist so wichtig, dass Frauen, auch in Führungspostionen, die Möglichkeit haben, ihrem Job und ihrer Familie gleichermaßen nachzukommen. Es sollte sich nicht immer „entschieden“ werden müssen. Dahingehend machen wir mit unserer Firma ooia ja aufmerksam und leben diese Vision.

“ Das Patriarchat gehört abgeschafft! Geschlechtergleichstellung wäre für alle einfach befreiend.“

Das sehe ich ganz genauso. Vielen dank für diese Einsicht in deine Gedanken.
Nachhaltigkeit sollte für uns alle eigentlich ein Dauerthema sein.
Aber Hand aufs Herz, hast du ein kleines Laster, auf das du niemals oder nur schwer verzichten kannst?

Ganz klar Technik! Wie zum Beispiel mein Handy oder meine Apple Watch zum Sport. Das benutze ich jeden Tag und brauche beides zum Arbeiten und Technik ist ja auch nicht wirklich nachhaltig. Oder auch ein Auto, E-Auto hin oder her. Man muss immer schauen, wo ist der Weg der Balance und wo ich selber einspare, um etwas nachhaltiger zu leben.

Nun meine letzte Frage für heute 🙂
Was war dein größtes Aha-Erlebnis oder ein Learning als Gründerin, welches du gern mit uns teilen möchtest?

Mein größtes Learning auf dieser Reise war, dass wenn man eine Idee hat, es nicht wichtig ist, ob man etwas schon kann. Es ist einfach gar nicht schlimm, wenn man erst mal keinen Plan hat wie man was umsetzt. Sondern viel wichtiger ist, was ich machen will und wieso, was ist mein Purpose. Das Internet, Messen und das eigene Netzwerk ist so viel hilfreicher als man denkt! Dieses nicht wissen, wo man eigentlich anfangen soll, ist das, was viele dann ausbremst. Dann trauen die meisten sich erst gar nicht ewas Eigenes zu gründen. Das „Was und Warum“ ist soooo viel größer! Für uns war das ein leuchtender Stern, auf den wir zugelaufen sind und so groß, dass wir wussten, dass sich alles auf dem Weg ergeben wird.

Liebe Kristine, vielen Dank für diese so spannende und tolle Interview. Ich habe wieder so viel Wissenswertes mitgenommen und freue mich auf alles, was bei euch noch so kommt!

 

Kristine und Kati, Gründerinnen von OOIA

Kati und Kristine haben 2018 gemeinsam nach einem neuen Purpose in ihrem Arbeitsleben gesucht und zusammen gegründet! Herausgekommen ist ooia, eine Female Empowerment Company rund um Periodenunterwäsche zum Wohlfühlen. Neben anderen Produkten in ihrem Sortiment, setzen sich die beiden für Geschlechtergleichstellung und sensible Enttabuisierung von gesellschaftlichen Themen, wie zum Beispiel der Periode, ein. Zwei Frauen mit einer tollen Mission und noch tolleren Produkten, die man kennen sollte!

Zur Webseite

 

 

 

Bildquelle: OOIA/ Fotograf Jannik Hanne