Kaum stehen Kuchen, Limonade oder Grillgut auf dem Tisch, sind im Sommer oft auch schon die ersten Wespen da. Besonders die Gemeine und die Deutsche Wespe interessieren sich für süße Speisen sowie Fleisch und Wurst. Das kann beim Frühstück auf dem Balkon oder beim Grillabend schnell lästig werden. Hektisch um dich zu schlagen, ist allerdings keine gute Idee. Mit ein paar einfachen Tricks kannst du deinen Esstisch deutlich weniger attraktiv für Wespen machen.
1. Decke Speisen möglichst ab
Der einfachste Tipp ist gleichzeitig einer der wirkungsvollsten: Lass Lebensmittel draußen nicht länger offen herumstehen als nötig. Kuchen, Obst, Aufschnitt und andere Speisen kannst du mit Abdeckhauben oder verschließbaren Behältern schützen. Auch Essensreste solltest du möglichst schnell vom Tisch räumen.
Praktisch für deinen Einkauf: Speisehauben, Frischhaltedosen oder Schüsseln mit Deckel eignen sich besonders gut für Balkon, Terrasse und Picknick.
2. Verschließe deine Getränke
Bei offenen Gläsern und Getränkedosen ist besondere Vorsicht angesagt: Eine Wespe kann unbemerkt hineinkrabbeln. Kontrolliere deshalb vor jedem Schluck, ob dein Getränk frei ist.
Noch sicherer sind Flaschen, Trinkbecher oder Gläser mit Deckel beziehungsweise wiederverschließbarem Verschluss. Das ist besonders praktisch, wenn Kinder mit am Tisch sitzen.
3. Halte eine Sprühflasche mit Wasser bereit
Eine Wespe schwirrt hartnäckig über deinen Tisch? Statt nach ihr zu schlagen, kannst du eine einfache Sprühflasche ausprobieren. Besprühst du die Wespe vorsichtig mit etwas Wasser, kann sie die Tropfen als Regen wahrnehmen und sich auf den Rückweg zum Nest machen.
Dabei reicht ein leichter Sprühstoß mit normalem Wasser völlig aus. Du solltest die Wespe nicht regelrecht durchnässen oder bedrängen.
Eine kleine Sprühflasche ist deshalb ein unkomplizierter Helfer für Balkon und Terrasse.
4. Halte Hände, Mund und Tisch sauber
Nicht nur der Kuchen selbst kann Wespen anlocken. Auch klebrige Finger, Saftreste oder Eis rund um den Mund können für die Tiere interessant sein.
Vor allem bei Kindern solltest du deshalb nach dem Essen Hände und Mund abwischen. Verschüttete Limonade, heruntergefallenes Obst oder andere Essensreste räumst du am besten ebenfalls möglichst schnell weg.
5. Locke Wespen vom eigentlichen Esstisch weg
Wenn du regelmäßig Besuch von Wespen bekommst, kannst du eine Ablenkfütterung ausprobieren. Dafür eignen sich zum Beispiel sehr reife, aufgeschnittene Weintrauben oder etwas Marmelade. Beim Grillen kann auch ein kleines Stück Wurst interessant sein.
Stelle das Ablenkfutter allerdings nicht direkt neben deinen Tisch. Ein Abstand von mehreren Metern ist sinnvoll, schließlich möchtest du die Wespen vom Essen weglocken und nicht zusätzlich an deinen Sitzplatz holen.

6. Nelkenöl als Hausmittel gegen Wespen
Auch intensive Düfte können dabei helfen, Wespen vom Esstisch fernzuhalten. Ein bekanntes Hausmittel ist Nelkenöl: Gib ein paar Tropfen auf ein Taschentuch oder ein kleines Stück Stoff und lege es in der Nähe des Essplatzes ab. Der intensive Geruch kann Wespen abschrecken.
7. Schütze deine Wohnung mit Fliegengittern
Wespen sind nicht nur auf Terrasse und Balkon unterwegs. Durch geöffnete Fenster gelangen sie schnell auch in deine Küche oder dein Wohnzimmer.
Hier lohnt sich vorbeugender Insektenschutz: Fliegengitter an Fenstern und Türen halten Wespen und andere Insekten draußen, während du trotzdem weiterhin lüften kannst.
Was solltest du bei Wespen vermeiden?
Nicht schlagen oder hektisch herumwedeln
Auch wenn eine Wespe direkt über deinem Teller kreist: Bleib möglichst ruhig. Hektische Bewegungen können von den Tieren als Bedrohung wahrgenommen werden und damit das Risiko erhöhen, dass sie sich verteidigen und stechen.
Wespen nicht wegpusten
Vielleicht möchtest du eine Wespe automatisch vom Teller wegpusten. Genau das solltest du lieber vermeiden. Das Kohlendioxid in deiner Atemluft kann für Wespen als Alarmsignal wirken.
Bleib stattdessen ruhig oder greife zur Sprühflasche mit Wasser.
Keine klassischen Wespenfallen aufstellen
Eine mit Saft, Bier oder Zuckerwasser gefüllte Wespenfalle klingt zunächst nach einer einfachen Lösung. Empfehlenswert ist sie allerdings nicht. In solchen Fallen können Wespen und andere Insekten verenden.
Außerdem stehen wildlebende Tiere in Deutschland grundsätzlich unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes und dürfen nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Auch elektrische Insektenfallen können aus Artenschutzsicht problematisch sein.
Entferne ein Wespennest nicht selbst
Entdeckst du ein Nest am Balkon, unter dem Dach oder beispielsweise im Rollladenkasten, solltest du nicht eigenmächtig zur Tat schreiten.
Alle heimischen Wespenarten genießen einen allgemeinen Schutz, einige Arten sind zusätzlich besonders geschützt. Muss ein Nest aus Sicherheitsgründen entfernt oder umgesiedelt werden, solltest du dich an die zuständige Naturschutzbehörde oder fachkundige Wespen- und Hornissenberater wenden.
Und wenn die Wespe doch sticht?
Ist es trotz aller Vorsicht passiert, kann ein Kühlpad oder eine kalte Kompresse nach einem Stich angenehm sein. Gerade im Sommer lohnt es sich deshalb, ein Kühlpad griffbereit im Gefrierfach zu haben.
Wichtig: Wespenstiche verlaufen meist ohne größere Probleme, können bei Menschen mit einer Insektengiftallergie aber schwere Reaktionen auslösen. Auch ein Stich im Mund- oder Rachenraum kann gefährlich werden. Bei Atemnot oder deutlichen allergischen Reaktionen solltest du deshalb umgehend medizinische Hilfe holen.
Bilder: Canva












